Donnerstag, 13. März bis Sonntag, 13. April 2003
Anne Frank
– eine Geschichte für heute

Eine Ausstellung des Anne Frank Zentrum Berlin e.V.
Kulturbüro Schwäbisch Gmünd

 

Montag, 17. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
Antisemitische Filmpropaganda:
»Der ewige Jude«

Filmvorführung mit anschließender Diskussion.
Moderation: Dr. Bernd Kleinhans
Gmünder Geschichtsverein e. V.
Stadtarchiv
Schwäbisch Gmünd

Nachdem sich der Kleine Saal im Prediger allmählich gefüllt hatte, begann Dr.Bernd Kleinhans zunächst mit einer Einführung zum Film »Der ewige Jude«:

Der Film ist eine Produktion des Propagandaministeriums des Dritten Reiches. Die Produktion wurde stets von Hitler selbst überwacht. Der sachliche Dokumentarfilm hatte den Sinn und Zweck, die Bevölkerung zum Antisemitismus zu verleiten. Durch manipulative Kameraeinstellungen (optische Unter- und Überbelichtung, Vogel- und Froschperspektive, usw.), gefälschte Statistiken und Graphiken, sollte Hass gegen Juden erzeugt werden.

Im Herbst 1940 lief der Film in Berlin an. Am 3. Dezember 1943 kam der Film nach Schwäbisch Gmünd und war einer der meist gezeigten Filme des darauffolgenden Jahres.

Da heutzutage für diesen Film ein Aufführungsverbot herrscht, konnte er am 17. März 2003 im Prediger nur mit Sondergenehmigung gezeigt werden. Während des Filmes herrschte totale Stille im Saal und an manchen Stellen wie »der Vergleich von Juden mit Ratten« oder »die Schächtszene« zeigten die Gesichter der Zuschauer dunkle Mienen und manche zogen es vor, für gewisse Momente ihren Blick auf den Boden oder den Vordermann, anstatt auf die schrecklichen Bilder auf der Leinwand zu richten.

Nach der Filmvorführung kam Dr. Bernd Kleinhans wieder zu Wort und erzählte uns, welche Wirkungen der Film damals erzielt hatte und wies uns darauf hin, dass selbst die brutale Schächtszene nach Drehbuch aufgenommen worden war.

Dadurch, dass unter anderem auch einige Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges im Prediger anwesend waren, entstand eine interessante Diskussionsrunde, die noch weit in den Abend hinein andauerte...

 

Weiterführende Informationen (vk):

der ewige jude »
»Es war nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klarzumachen, dass es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden müssen. Dazu war es aber notwendig, nicht etwa nun die Gewalt als solche zu propagieren, sondern es war notwendig, dem deutschen Volk bestimmte, aussenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, dass die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien begann. Das heisst also, bestimmte Vorgänge so zu beleuchten, dass im Gehirn der breiten Masse des Volkes ganz automatisch allmählich die Überzeugung ausgelöst wurde: Wenn man das eben nicht im Guten abstellen kann, dann muss man es mit Gewalt abstellen; so kann es aber auf keinen Fall weitergehen.« Adolf Hitler vor Vertretern der deutschen Presse, München am 10.11. 1938

holocaust info »
Unter dem Eintrag »Der Ewige Jude - By Stig Hornshøj Møller« finden sich Einträge wie:

didaktisches hintergrundsmaterial, das vor der Filmvorführung an die Schüler oder Veranstaltungsteilnehmer verteilt werden soll. Es enthällt eine Kurzbeschreibung und -anlyse des Filmes.

inhaltsbeschreibung im programmheft
Der unten abgedruckte Text wurde von Mitarbeitern des Propagandaministerium verfasst und ist dadurch eine wichtige Quelle zum Wissen darüber, wie der Film auf die deutsche Bevölkerung wirken sollte.

quellenkritische fragen
Quellenkritischer Fragebogen, das noch vor der Vorführung des Propagandafilmes an die Schüler bzw. Veranstaltungsteilnehmer verteilt werden soll, damit die medien- und quellenkritische Einstellung bei den Schülern und Teilnehmern gestärkt wird.

fragebogen zur heutigen Wirkung des Filmes.

Begleitprogramm

Dienstag, 11. März bis Samstag, 12. April 2003, Stadtbibliothek
Medienausstellung »Kalte Zeiten«
mit Büchern, Filmen und CD-ROMs zum Nationalsozialismus
Stadtbibliothek Schwäbisch Gmünd

Donnerstag, 13. März bis Sonntag, 13. April 2003, Prediger, Innenhof
Kunstwerk des Monats
Museum für Natur und Stadtkultur Schwäbisch Gmünd

März
Donnerstag, 13. März, 19.00 Uhr, Prediger, Innenhof
Eröffnung der Ausstellung
durch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse
Mit Anja Mittermaier vom Anne Frank Zentrum Berlin e.V.
Musikalischer Rahmen: Katharina Rodi, jiddische Lieder
Kulturbüro
Schwäbisch Gmünd

Freitag, 14. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Hat der Antisemitismus seine Wurzeln im Christentum?«
Bericht von einem Studienjahr in Jerusalem und ein Versuch zu verstehen. Referent: Eckhard Benz-Wenzlaff
Evangelische Kirchengemeinde Großdeinbach

Montag, 17. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
Antisemitische Filmpropaganda
Filmvorführung »Der ewige Jude«

mit anschließender Diskussion. Moderation: Dr. Bernd Kleinhans
Gmünder Geschichtsverein e. V./Stadtarchiv
Schwäbisch Gmünd

Donnerstag, 20. März, 10.00 Uhr und 12.00 Uhr, Theaterwerkstatt
»Aus dem Tagebuch der Anne Frank«
Württembergische Landesbühne Esslingen
Theaterwerkstatt Schwäbisch Gmünd e.V.

Freitag, 21. März, 19.00 Uhr, Prediger, großer Saal
Konzert der Musikschule
Schüler, Lehrkräfte und Gäste der Musikschule spielen Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und Musik von jüdischen Komponisten
Städtische Musikschule

Samstag, 22. März, 14.00 Uhr bis 17.45 Uhr, Treffpunkt: Bahnhof
Exkursion zur Museumssynagoge und zum jüdischen Friedhof in Bopfingen-Oberdorf
Führung: Dr. Felix Sutschek, Kulturamtsleiter Bopfingen
Gmünder VHS

Dienstag, 25. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Die württembergischen Christen und die Judenfrage im Dritten Reich: Das Zögern der kirchlichen Obrigkeit«
Referent: Prof. Dr. Manfred Köhnlein
»Der Mut einzelner Christen«
Referent: Prof. Dr. Josef Seubert
Kulturbüro
Schwäbisch Gmünd

Donnerstag, 27. März, 20.00 Uhr, Congress-Centrum Stadtgarten
»Andorra« von Max Frisch
Württembergische Landesbühne Esslingen
19.15 Uhr: Einführung
Kulturbüro
Schwäbisch Gmünd

Montag, 31. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Zur Geschichte der Juden in Gmünd im Mittelalter«
Referent: Dr. Klaus-Jürgen Herrmann.
Gmünder Geschichtsverein e.V./Stadtarchiv
Schwäbisch Gmünd

April
Donnerstag, 3. April, 19.00 Uhr, Prediger, Refektorium
Klezmermusik und jiddische Lieder
Konzert mit Katharina Rodi und Ensemble Cholem

Freitag, 4. April, 15.00 bis 16.30 Uhr, Treffpunkt Kornhaus
Alternative Stadtführung
zu jüdischen Stätten in Schwäbisch Gmünd

Führung: Ortrud Seidel

Montag, 7. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Wie ich dazu kam,
ein Buch über Gmünder Juden zu schreiben«

Autorin und Referentin: Ortrud Seidel

Mittwoch, 9. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Rechtsextremismus heute. Ein Überblick«
Referent: Horst Neumaier, stellv. Referatsleiter der Abteilung Rechtsextremismus beim Landesamt für Verfassungsschutz, Stuttgart.
Bürgerinitiative gegen Fremdenfeindlichkeit

Sonntag, 13. April, 15.00 Uhr, Prediger, Innenhof
Finissage der Ausstellung
»Ich sehne mich so
–Die Lebensgeschichte der Anne Frank«
Lesung mit Mirjam Pressler
Frauenbeauftragte
/Kulturbüro Schwäbisch Gmünd