| Montag, 17. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal Antisemitische Filmpropaganda: »Der ewige Jude« Filmvorführung mit anschließender Diskussion. Moderation: Dr. Bernd Kleinhans Gmünder Geschichtsverein e. V. Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd

Nachdem
sich der Kleine Saal im Prediger allmählich gefüllt hatte, begann
Dr.Bernd Kleinhans zunächst mit einer Einführung zum Film »Der
ewige Jude«:
Der
Film ist eine Produktion des Propagandaministeriums des Dritten Reiches.
Die Produktion wurde stets von Hitler selbst überwacht.
Der sachliche Dokumentarfilm hatte den Sinn und Zweck, die Bevölkerung
zum Antisemitismus zu verleiten. Durch manipulative Kameraeinstellungen
(optische Unter-
und Überbelichtung, Vogel- und Froschperspektive, usw.), gefälschte
Statistiken und Graphiken, sollte Hass gegen Juden erzeugt werden.
Im
Herbst 1940 lief der Film in Berlin an. Am 3. Dezember 1943 kam
der Film nach Schwäbisch Gmünd und war einer der meist gezeigten
Filme des darauffolgenden Jahres.
Da
heutzutage für diesen
Film ein Aufführungsverbot herrscht, konnte
er am 17. März 2003 im Prediger nur mit Sondergenehmigung gezeigt
werden. Während des Filmes herrschte totale Stille im Saal und an
manchen Stellen wie »der Vergleich von Juden mit Ratten« oder »die
Schächtszene« zeigten
die Gesichter der Zuschauer dunkle Mienen und manche zogen es vor, für
gewisse Momente ihren Blick auf den Boden oder den Vordermann, anstatt
auf die schrecklichen Bilder auf der Leinwand zu richten.
Nach
der Filmvorführung
kam Dr. Bernd Kleinhans wieder zu Wort und erzählte
uns, welche Wirkungen der Film damals erzielt hatte und wies uns darauf
hin, dass selbst die brutale Schächtszene nach Drehbuch aufgenommen
worden war.
Dadurch,
dass unter anderem auch einige Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges im Prediger
anwesend waren, entstand eine interessante
Diskussionsrunde,
die noch weit in den Abend hinein andauerte...
Weiterführende
Informationen (vk):
der ewige jude »
»Es war nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich
umzustellen und ihm langsam klarzumachen, dass es Dinge gibt, die, wenn sie nicht
mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt
durchgesetzt werden müssen. Dazu war es aber notwendig, nicht etwa nun die
Gewalt als solche zu propagieren, sondern es war notwendig, dem deutschen Volk
bestimmte, aussenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, dass die innere Stimme
des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien begann. Das heisst also,
bestimmte Vorgänge so zu beleuchten, dass im Gehirn der breiten Masse des
Volkes ganz automatisch allmählich die Überzeugung ausgelöst wurde:
Wenn man das eben nicht im Guten abstellen kann, dann muss man es mit Gewalt
abstellen; so kann es aber auf keinen Fall weitergehen.« Adolf Hitler vor
Vertretern der deutschen Presse, München am 10.11. 1938
holocaust info » Unter dem Eintrag »Der Ewige Jude - By Stig Hornshøj Møller« finden sich Einträge wie: didaktisches hintergrundsmaterial, das vor der Filmvorführung an die Schüler oder Veranstaltungsteilnehmer verteilt werden soll. Es enthällt eine Kurzbeschreibung und -anlyse des Filmes. inhaltsbeschreibung im programmheft Der unten abgedruckte Text wurde von Mitarbeitern des Propagandaministerium verfasst und ist dadurch eine wichtige Quelle zum Wissen darüber, wie der Film auf die deutsche Bevölkerung wirken sollte. quellenkritische fragen
Quellenkritischer Fragebogen, das noch vor der Vorführung des Propagandafilmes
an die Schüler bzw. Veranstaltungsteilnehmer verteilt werden soll,
damit die medien- und quellenkritische Einstellung bei den Schülern
und Teilnehmern gestärkt wird.
fragebogen zur heutigen Wirkung des Filmes.
 | Begleitprogramm Dienstag, 11. März bis Samstag, 12. April 2003, Stadtbibliothek Medienausstellung »Kalte Zeiten« mit Büchern, Filmen und CD-ROMs zum Nationalsozialismus Stadtbibliothek Schwäbisch Gmünd Donnerstag, 13. März bis Sonntag, 13. April 2003, Prediger, Innenhof Kunstwerk des Monats Museum für Natur und Stadtkultur Schwäbisch Gmünd März Donnerstag, 13. März, 19.00 Uhr, Prediger, Innenhof Eröffnung der Ausstellung durch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse Mit Anja Mittermaier vom Anne Frank Zentrum Berlin e.V. Musikalischer Rahmen: Katharina Rodi, jiddische Lieder Kulturbüro Schwäbisch Gmünd Freitag, 14. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal »Hat der Antisemitismus seine Wurzeln im Christentum?« Bericht von einem Studienjahr in Jerusalem und ein Versuch zu verstehen. Referent: Eckhard Benz-Wenzlaff Evangelische Kirchengemeinde Großdeinbach Montag, 17. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal Antisemitische Filmpropaganda Filmvorführung »Der ewige Jude« mit anschließender Diskussion. Moderation: Dr. Bernd Kleinhans Gmünder Geschichtsverein e. V./Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd Donnerstag, 20. März, 10.00 Uhr und 12.00 Uhr, Theaterwerkstatt »Aus dem Tagebuch der Anne Frank« Württembergische Landesbühne Esslingen Theaterwerkstatt Schwäbisch Gmünd e.V. Freitag, 21. März, 19.00 Uhr, Prediger, großer Saal Konzert der Musikschule Schüler, Lehrkräfte und Gäste der Musikschule spielen Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und Musik von jüdischen Komponisten Städtische Musikschule Samstag, 22. März, 14.00 Uhr bis 17.45 Uhr, Treffpunkt: Bahnhof Exkursion zur Museumssynagoge und zum jüdischen Friedhof in Bopfingen-Oberdorf Führung: Dr. Felix Sutschek, Kulturamtsleiter Bopfingen Gmünder VHS Dienstag, 25. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal »Die württembergischen Christen und die Judenfrage im Dritten Reich: Das Zögern der kirchlichen Obrigkeit« Referent: Prof. Dr. Manfred Köhnlein »Der Mut einzelner Christen« Referent: Prof. Dr. Josef Seubert Kulturbüro Schwäbisch Gmünd Donnerstag, 27. März, 20.00 Uhr, Congress-Centrum Stadtgarten »Andorra« von Max Frisch Württembergische Landesbühne Esslingen 19.15 Uhr: Einführung Kulturbüro Schwäbisch Gmünd Montag, 31. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal »Zur Geschichte der Juden in Gmünd im Mittelalter« Referent: Dr. Klaus-Jürgen Herrmann. Gmünder Geschichtsverein e.V./Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd April Donnerstag, 3. April, 19.00 Uhr, Prediger, Refektorium Klezmermusik und jiddische Lieder Konzert mit Katharina Rodi und Ensemble Cholem Freitag, 4. April, 15.00 bis 16.30 Uhr, Treffpunkt Kornhaus Alternative Stadtführung zu jüdischen Stätten in Schwäbisch Gmünd Führung: Ortrud Seidel Montag, 7. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal »Wie ich dazu kam, ein Buch über Gmünder Juden zu schreiben« Autorin und Referentin: Ortrud Seidel Mittwoch, 9. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal »Rechtsextremismus heute. Ein Überblick« Referent: Horst Neumaier, stellv. Referatsleiter der Abteilung Rechtsextremismus beim Landesamt für Verfassungsschutz, Stuttgart. Bürgerinitiative gegen Fremdenfeindlichkeit Sonntag, 13. April, 15.00 Uhr, Prediger, Innenhof Finissage der Ausstellung »Ich sehne mich so –Die Lebensgeschichte der Anne Frank« Lesung mit Mirjam Pressler Frauenbeauftragte/Kulturbüro Schwäbisch Gmünd |