Donnerstag, 13. März bis Sonntag, 13. April 2003
Anne Frank
– eine Geschichte für heute

Eine Ausstellung des Anne Frank Zentrum Berlin e.V.
Kulturbüro Schwäbisch Gmünd

 

Montag, 31. März 2003, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
Dr. Klaus Jürgen Herrmann
Stadtarchiv Gmünd & Gmünder Geschichtsverein e.V.
Zur Geschichte der Juden in Schwäbisch Gmünd im Mittelalter

(ld/nf) In einem etwa 30 minütigen Vortrag gab uns Dr. Klaus-Jürgen Herrmann einen kleinen Einblick in das Leben der Gmünder Juden zu mittelalterlicher Zeit. Hauptsächlich handelte der Vortrag von Geldern und Abgaben der Juden. Anhand der im Stadtarchiv verbliebenen Steuerlisten und alten Dokumenten kann man heute die Geldgeschäfte der Juden nachverfolgen. 50% ihrer Einnahmen mussten die Juden an die königliche Kammer abgeben. Oft kam es auch vor, dass Schulden an Juden nicht mehr ausgezahlt wurden.

Schon 1241 wurde in Gmünd eine erste große Judensiedlung vermerkt, mit eigener Synagoge, rituellem Bad, Judenmühle und eigenem Judenfriedhof. Doch schon damals waren die Juden Außenseiter z. B. war/ist (?) an der Johanniskirche ein Spottbild über die Juden/das Judentum angebracht. Im Jahre 1348 fand ein Judenpogrom statt, weil man den Juden Brunnenvergiftung vorwarf, die angeblich zur Pest führte.

Im Laufe der Zeit kamen immer wieder Juden nach Gmünd, da sie hier großen Handel trieben und gute Geschäfte machen konnten. Sie wurden in der Stadt akzeptiert, mussten jedoch exorbitante Stadtsteuern zahlen.

1498 wurde den Bürgern verboten, bei Juden Geld zu leihen. 1501 wurden die Juden vorläufig für zehn Jahre aus der Stadt verbannt. 1521 erhielten sie dann endgültig Stadtverbot und unter den »Nichtjuden« entwickelte sich eine judenfeindliche Ideologie.

Nach angemessener Zeit endete der Vortrag. Es blieb noch Zeit, Fragen, die man unbedingt loswerden wollte, an Klaus-Jürgen Herrmann zu stellen.

Weitere Informationen (Dr. Klaus Jürgen Herrmann/vk) :

Der Vortrag als html-Dokument »

Der Vortrag als PDF-Dokument »

 

Dr. Klaus Jürgen Herrmann
Stadt Schwäbisch Gmünd
Stadt- und Hospitalarchiv
Augustinerstraße 3
73525 Schwäbisch Gmünd
Tel.: (07171) 603-4151
Fax : (07171) 603-4159
juergen.herrmann@schwaebisch-gmuend.de

Begleitprogramm

Dienstag, 11. März bis Samstag, 12. April 2003, Stadtbibliothek
Medienausstellung »Kalte Zeiten«
mit Büchern, Filmen und CD-ROMs zum Nationalsozialismus
Stadtbibliothek Schwäbisch Gmünd

Donnerstag, 13. März bis Sonntag, 13. April 2003, Prediger, Innenhof
Kunstwerk des Monats
Museum für Natur und Stadtkultur Schwäbisch Gmünd

März
Donnerstag, 13. März, 19.00 Uhr, Prediger, Innenhof
Eröffnung der Ausstellung
durch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse
Mit Anja Mittermaier vom Anne Frank Zentrum Berlin e.V.
Musikalischer Rahmen: Katharina Rodi, jiddische Lieder
Kulturbüro
Schwäbisch Gmünd

Freitag, 14. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Hat der Antisemitismus seine Wurzeln im Christentum?«
Bericht von einem Studienjahr in Jerusalem und ein Versuch zu verstehen. Referent: Eckhard Benz-Wenzlaff
Evangelische Kirchengemeinde Großdeinbach

Montag, 17. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
Antisemitische Filmpropaganda
Filmvorführung »Der ewige Jude«

mit anschließender Diskussion. Moderation: Dr. Bernd Kleinhans
Gmünder Geschichtsverein e. V./Stadtarchiv
Schwäbisch Gmünd

Donnerstag, 20. März, 10.00 Uhr und 12.00 Uhr, Theaterwerkstatt
»Aus dem Tagebuch der Anne Frank«
Württembergische Landesbühne Esslingen
Theaterwerkstatt Schwäbisch Gmünd e.V.

Freitag, 21. März, 19.00 Uhr, Prediger, großer Saal
Konzert der Musikschule
Schüler, Lehrkräfte und Gäste der Musikschule spielen Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und Musik von jüdischen Komponisten
Städtische Musikschule

Samstag, 22. März, 14.00 Uhr bis 17.45 Uhr, Treffpunkt: Bahnhof
Exkursion zur Museumssynagoge und zum jüdischen Friedhof in Bopfingen-Oberdorf
Führung: Dr. Felix Sutschek, Kulturamtsleiter Bopfingen
Gmünder VHS

Dienstag, 25. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Die württembergischen Christen und die Judenfrage im Dritten Reich: Das Zögern der kirchlichen Obrigkeit«
Referent: Prof. Dr. Manfred Köhnlein
»Der Mut einzelner Christen«
Referent: Prof. Dr. Josef Seubert
Kulturbüro
Schwäbisch Gmünd

Donnerstag, 27. März, 20.00 Uhr, Congress-Centrum Stadtgarten
»Andorra« von Max Frisch
Württembergische Landesbühne Esslingen
19.15 Uhr: Einführung
Kulturbüro
Schwäbisch Gmünd

Montag, 31. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Zur Geschichte der Juden in Gmünd im Mittelalter«
Referent: Dr. Klaus-Jürgen Herrmann.
Gmünder Geschichtsverein e.V./Stadtarchiv
Schwäbisch Gmünd

April
Donnerstag, 3. April, 19.00 Uhr, Prediger, Refektorium
Klezmermusik und jiddische Lieder
Konzert mit Katharina Rodi und Ensemble Cholem

Freitag, 4. April, 15.00 bis 16.30 Uhr, Treffpunkt Kornhaus
Alternative Stadtführung
zu jüdischen Stätten in Schwäbisch Gmünd

Führung: Ortrud Seidel

Montag, 7. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Wie ich dazu kam,
ein Buch über Gmünder Juden zu schreiben«

Autorin und Referentin: Ortrud Seidel

Mittwoch, 9. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
»Rechtsextremismus heute. Ein Überblick«
Referent: Horst Neumaier, stellv. Referatsleiter der Abteilung Rechtsextremismus beim Landesamt für Verfassungsschutz, Stuttgart.
Bürgerinitiative gegen Fremdenfeindlichkeit

Sonntag, 13. April, 15.00 Uhr, Prediger, Innenhof
Finissage der Ausstellung
»Ich sehne mich so
–Die Lebensgeschichte der Anne Frank«
Lesung mit Mirjam Pressler
Frauenbeauftragte
/Kulturbüro Schwäbisch Gmünd