| Donnerstag, 13. März bis Sonntag, 13. April 2003 |
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Montag, 7. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal
Was hatte Ortrud Seidel dazu veranlasst, ein Buch über Gmünder Juden zu schreiben? Diese Frage beantwortete Frau Seidel gleich zu Beginn ihres Vortrags: Als Zeitzeugin fühlt sie sich verantwortlich, wichtige Informationen über den Antisemitismus zu liefern, aufzuklären und Fragen zu beantworten. Bei einem Vortrag in den USA war sie gefragt worden, ob sie schon einmal darüber nachgedacht habe, ein Buch über Gmünder Juden zu schreiben. Daraufhin entschloss sich Frau Seidel, dieses Buch zu verfassen. Ihr Wunsch ist es, dass die Menschen heute daraus lernen, das heißt zum Beispiel, etwas gegen die Ausländerfeindlichkeit zu tun, mehr Toleranz und Akzeptanz gegenüber Minderheiten zu zeigen, u.s.w. Durch ihr Buch möchte Frau Seidel den verstorbenen Juden eine menschliche Würde verleihen. Beim Schreiben des Buches halfen Frau Seidel die vielen Besuche bei jüdischen Familien, die sie schon seit ihrer Jugend kennt.
Das Buch wurde von der Rems-Zeitung gedruckt und 1991 veröffentlicht. Heute ist es auch international verbreitet (zum Beispiel in einer Universität von Madrid, in Los Angeles, New York, ....), nachdem sie es selbst ins Englische übersetzt hat. Durch ihr Buch lernte Ortrud Seidel viele neue Leute kennen (in Kalifornien, Hollywood, New York,...) und reist heute noch um die ganze Welt. Im nächsten Teil ihres spannenden Vortrags las uns Frau Seidel einige Briefe vor, die ihre griechische 5. Klasse von der Klösterlesschule an Otto Frank geschrieben hat. In diesen Briefen erzählen junge Schüler, wie gern sie Anne haben, wie toll sie ihr Tagebuch finden und sie erzählen auch von ihrer tollen Lehrerin Frau Seidel. Otto Frank beantwortete 1979 im Alter von 90 Jahren die Briefe und bedankte sich sowohl bei Ortrud Seidel, als auch bei den Schülern für die so verständnisvoll und warmherzig geschriebenen Briefe.
Es folgte eine Lesung des Briefes, den Frau Frank an Ortrud Seidel schrieb, in dem sie erklärt, dass sich Ottos Gesundheitszustand verschlechtert habe und dass sie sehr gerne weiterhin mit Ortrud Seidel in Kontakt bleiben würde.1980 erfuhr Frau Seidel dann durch eine Todesanzeige von Ottos Tod. Auf die Frage »Ist Anne Frank noch aktuell?« wies uns Frau Seidel darauf hin, dass jüdische Einrichtungen heutzutage, trotz eines demokratischen Deutschlands unter Polizeischutz stehen, dass Medien kaum dagegen auftreten und dass antisemitische Stimmen immer lauter werden. Nun las uns Frau Seidel einen Ausschnitt aus ihrem Buch vor, in dem die Geschichte ihrer Freundin Liselotte Hess (Lilo) zusammengefasst ist. Lilo starb am 12. Dezember 1992 an Krebsleiden in den USA. Lilos Mann besucht auch heute noch oft Ortrud Seidel in Schwäbisch Gmünd.
Frau Seidel konnte ihre Zuhörer bis zum Ende ihres Referats durch ihr flüssiges, lebhaftes und angeregtes Erzählen fesseln und man spürte die Freude, mit der sie Ereignisse ihren Lebens erzählte. Autorin und Referentin: Ortrud Seidel Weiterführende Informationen: Dokumentation: Briefe »
| Begleitprogramm Dienstag, 11. März bis Samstag, 12. April 2003, Stadtbibliothek Donnerstag, 13. März bis Sonntag, 13. April 2003, Prediger, Innenhof März Freitag, 14. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal Montag, 17. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal Donnerstag, 20. März, 10.00 Uhr und 12.00 Uhr, Theaterwerkstatt Freitag, 21. März, 19.00 Uhr, Prediger, großer Saal Samstag, 22. März, 14.00 Uhr bis 17.45 Uhr, Treffpunkt: Bahnhof Dienstag, 25. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal Donnerstag, 27. März, 20.00 Uhr, Congress-Centrum Stadtgarten Montag, 31. März, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal April Freitag, 4. April, 15.00 bis 16.30 Uhr, Treffpunkt Kornhaus Montag, 7. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal Mittwoch, 9. April, 19.00 Uhr, Prediger, kleiner Saal Sonntag, 13. April, 15.00 Uhr, Prediger, Innenhof |