| Von der Ausstellung zum Projekt Aktive Auseinandersetzung Ziel der internationalen Ausstellung »Anne Frank – eine Geschichte für heute« ist es, dass sie nicht nur passiv besucht wird, sondern zur vielfältigen Auseinandersetzung mit Toleranz, Menschenrechten und Rassismus anregt. Dieses Anliegen wird von einem vielschichtigen, modernen pädagogischen Konzept unterstützt, das vom Anne Frank Haus in Amsterdam entwickelt und bereits in vielen Ländern umgesetzt wurde. Pädagogisches Konzept Anne Frank schrieb ihr Tagebuch im Alter von 13 bis 15 Jahren, was besonders
Jugendlichen einen guten Zugang zu den zeitgeschichtlichen Ereignissen
ermöglicht. Davon ausgehend wurde die Ausstellung gezielt für
die Arbeit mit Gruppen gestaltet: Großformatige Fotos in den Dachkonstruktionen
der Pavillons (»Ankerfotos«) können von allen Gruppenmitgliedern
gleichzeitig betrachtet werden, die erläuternden Texte sind klar
und verständlich formuliert, und ein kommunikativer Ausstellungsbesuch
wird durch thesenartige Verbindungen zwischen Damals und Heute angeregt.
Jugendliche begleiten Jugendliche
Seit Jahren machen wir gute Erfahrungen damit, dass junge Ehrenamtliche
die Begleitung für Jugendgruppen und Schulklassen in der Ausstellung
übernehmen. Es steht also kein »Spezialist« vor der Gruppe,
sondern der Wissens- und Altersunterschied ist häufig gering. Dadurch
wird der Dialog zum zentralen Bestandteil der Begleitung und ermöglicht
beiden Seiten Wissens- und Erfahrungsaneignung. Die Ausstellung bietet
dafür den inhaltlichen Hintergrund und gibt optimal Raum für
die Auseinsandersetzung mit den angesprochenen Themen. Für die Begleiterinnen
und Begleiter selbst ist die verantwortliche Mitarbeit am Ausstellungsprojekt
oft eine prägende Erfahrung.
Mit Begleitung ist jedoch nicht nur eine dialogorientierte Führung durch die Ausstellung gemeint. Auch das Vorführen eines Videofilms und das reflektierende Gespräch mit der Gruppe über das Gesehene und Gehörte gehören dazu. Zur Vorbereitung der Begleiterinnen und Begleiter auf ihre Aufgabe dient unser zweitägiges Trainingsseminar. Unter der Leitung eines Teamers/einer Teamerin vom Anne Frank Zentrum wird der historische Hintergrund, die Ausstellung selbst und der Umgang mit Gruppensituationen thematisiert. Zum Abschluss des Projekts werden die Erfahrungen in der Ausstellung gemeinsam ausgewertet. Gemeinschaftsprojekt Das Ausstellungsprojekt lebt darüber hinaus von lokalen Aktivitäten mit möglichst vielen Beteiligten. Dieses Rahmenprogramm sieht in jedem Ort anders aus. Dazu eignen sich Dokumentationen der historischen Spurensuche vor Ort, Zeitzeugengespräche, Vorträge, Aktionen, Studienfahrten, Filmvorführungen, Lesungen, Podiumsgespräche und anderes mehr. Schülerinnen und Schüler sollten an all dem maßgeblich als Initiatoren und Durchführende beteiligt sein. Fortbildung
Das Anne Frank Zentrum führt als weiteren Impuls für das
lokale Projekt Fortbildungsseminare für Pädagoginnen und Pädagogen
durch. Anne Franks Geschichte bietet eine Vielzahl von thematischen Ansatzpunkten,
mit denen eine Verbindung zwischen der NS-Geschichte und heute hergestellt
werden kann. In den Seminaren werden Methoden wie Kreatives Schreiben,
Thesenspiele u.a. vorgestellt, die den Unterricht bereichern können.
Darüber hinaus werden die pädagogischen Materialien (Bücher
und Videos) des Anne Frank Hauses Amsterdam präsentiert, die interkulturelles
Zusammenleben und Toleranz anschaulich zum Thema machen.
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