Grußwort von Frau Ministerin
Dr. Annette Schavan
Suchtprobleme haben ihren Anfang häufig im Kindes- und Jugendalter. Suchtprävention muss ansetzen, bevor große Probleme entstehen. Das heißt, dass sehr zeitig damit begonnen werden muss. Schon die Kindergärten und Grundschulen können ihren Beitrag zur Integration aller Kinder, zum Lernen eines friedlichen Miteinanders und zum Vermitteln von "Mut zur Unabhängigkeit" leisten. Denn Gewalt- und Suchtprävention fängt im Alltag an, also im Umgang miteinander, in der Verantwortung für sich selbst und andere. Sport bietet dabei ein wichtiges Feld, um soziale Kompetenz und Ichstärke zu entwickeln und zu fördern. Team- und Beziehungsfähigkeit, Selbstreflexion und Kommunikationsfähigkeit, Konfliktbewältigung, Leistungsbereitschaft, Fairness, Toleranz und Rücksichtnahme sind Schlüsselqualifikationen, die über den Sport spielerisch und praxisorientiert vermittelt und eingeübt werden. Durch den Sport werden Strukturen angeboten, in denen sich Kinder und Jugendliche bewähren, ihre Erfahrungen reflektieren und in ihren Alltag integrieren können.
Sport als Allheilmittel zu sehen, wäre jedoch zu blauäugig. Er kann nur unterstützend tätig werden. Dennoch bietet eine gezielte Sportförderung, kombiniert mit einem sozialpädagogischen "Dauerauftrag", eine Ressource von unschätzbarem Wert für die Umsetzung integrativer und präventiver Modelle und Programme unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, Religion oder sozialem Umfeld. Der neu erarbeitete Orientierungsplan für Kindertageseinrichtungen misst der Thematik Bewegung und Gesundheit als wesentliche Bildungsbereiche große Bedeutung bei. Auch die sich ständig vergrößernde Anzahl der Grundschulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt stimmt mich hoffnungsfroh, dass die Zeichen der Zeit erkannt wurden.
Ich möchte die Veranstalter des Fachkongresses "Kinder in Bewegung" darin bestärken, diese Thematik weiter zu verfolgen und mit allen Verantwortlichen, den Eltern, Erzieherinnen und Erziehern, Lehrerinnen und Lehrern, Übungsleiterinnen und Übungsleitern, daran zu arbeiten, dass jedes Kind die Chance erhält, sich zu einer "starken" Persönlichkeit zu entwickeln. Ich hoffe und wünsche, dass Sie viele Anregungen mitnehmen können in Ihren Alltag und in die Arbeit mit den Kindern.
Dr. Annette Schavan MdL
Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg