Grußwort Landrat Klaus Pavel
Häufig wird Klage darüber geführt, wie negativ sich die Zahlen z. B. beim Suchtmittelkonsum von Kindern und Jugendlichen entwickelt haben. Und es ist richtig: Allein zwischen den Jahren 1989 und 2001 hat sich bei den 12- bis 15jähigen der Raucheranteil von 10 auf 20 % verdoppelt. Ebenso erschreckende Zahlen müssen wir beim Konsum von Alkohol und Cannabis zur Kenntnis nehmen. Ähnliche Entwicklungen sind in einem weiteren wichtigen Feld, der Gewalt gegen Sachen und Personen, festzustellen. Aber das ist nur die eine Seite.
Die andere Seite zu betrachten heißt, sich mit den Ursachen für diese Entwicklung auseinander zu setzen. Hier sehen wir, dass wir Erwachsenen (Eltern, Erzieher/innen, Lehrer/innen, Politiker/innen) häufig nur unzureichend auf einen immer rasanter werdenden gesellschaftlichen Wandel reagieren. Seien wir ehrlich: Wissen wir, wie wir unsere Kinder an einen sinnvollen Gebrauch des Internets, des Satellitenfernsehens oder sonstige Medien heranführen? Kennen wir die Notwendigkeit eines sinnvollen Regelwerks an der Schule, um ein gedeihliches Miteinander zu ermöglichen? Findet die Politik das notwendige Maß, bei Investitionen oder Einsparungen soziale oder pädagogische Schieflagen zu vermeiden? Sind wir, bei allem was wir tun, glaubwürdige Vorbilder für die nachkommende Generation?
Ich bin den Initiatoren dieses Fachkongresses sehr dankbar, dass sie sich die Mühe gemacht haben, mit dem Fachkongress „Kinder in Bewegung“ Handlungsansätze aufzuzeigen, wie eine kind- und jugendgerechte Arbeit in Kindergärten, Schulen und Vereinen möglich wird. Dabei soll deutlich werden, dass diese Arbeit in aller Regel kein Expertenwissen voraussetzt. Sie setzt allerdings voraus, dass man sich der großen Bedeutung der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für deren Entwicklung bewusst ist.
Ich wünsche dem Fachkongress, dass seine Anregungen in großer Zahl in den Alltag in unseren Familien, Kindergärten, Schulen und Vereinen einfließen.
Klaus Pavel
Landrats des Ostalbkreises