Leo Linder Zum Autorenspezial »
Das stürmische Mädchen
Elefanten Press
14,00

Jeanne d'Arc lebt in Domrèmy, sie ist die Tochter des Bürgermeisters. Sie erlebt Frankreich im 100-jährigen Krieg mit England und Burgund um 1430. Sie betet regelmäßig zur heiligen Margarete, ihrer Lieblingsheiligen. Jeanne macht bei allen Sachen mit, bei denen Frauen nichts zu suchen haben, zum Beispiel bei Schlägereien mit den Burgundern. Aber als sie eines Tages im Gras liegt, erscheint eine seltsame Gestalt, die sie als Erzengel Michael erkennt. Er versucht ihr etwas mitzuteilen, aber sie weiß nicht, was. Solche Heiligengestalten tauchen noch öfter vor ihr auf, aber erst spät versteht sie, was sie ihr sagen wollen: Rette Frankreich, hole den Dauphin auf seinen Thron und verscheuche die Engländer! Aber dazu müsste sie Domrèmy heimlich verlassen, und das traut sie sich dann doch nicht. Erst als ihr Dorf von herrenlosen Fußsoldaten, den Schindern, überfallen wird, und die Kirche zerstört wird, bekommt sie Wut und will mitkämpfen. Sie wittert schon ein Abenteuer, aber ihre Enttäuschung ist groß, als sie mit den anderen Frauen zusammen in die Nachbarstadt fliehen muss. Also wieder kein Abenteuer... Aber irgendwann schafft sie es: sie haut ab und versucht, den Kommandanten der Stadt Vaucouleurs zu überzeugen, dass er sie zum Dauphin führen soll. Nur, wenn ihr das gelingt, wird sie Frankreich retten können.

Es ist sehr schön, dieses Buch über die tragische Heldin zu lesen, weil man die Veränderung einer Person spüren kann, nämlich vom bedeutungslosen Mädchen zum "beinahe-Mann" und zum Ritter, und weil man richtig mitfiebert. Manchmal bekommt man richtig Lust, die gleichen Abenteuer zu erleben, aber es gibt auch Stellen, an denen man denkt: »Gut, dass mir so was nicht passieren kann«.

Während dem Lesen dieses Buchs denkt man immer wieder nach, wie das früher wohl gewesen ist, mit der Rechtlosigkeit der Frauen und den Kriegen, die noch mit Schwertern geführt wurden, und man ist froh, dass es in unserem Land und zu unserer Zeit nicht mehr so ist.

Florian Klei, 11 Jahre

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